Studio für zeitgenössisches Glas — Lauscha, Thüringen
Manifest
Wir arbeiten mit einem Material, das nur in Bewegung existiert. Glas ist weder fest noch flüssig — es ist eingefrorene Zeit. Jedes Objekt aus unserer Hütte trägt die Sekunde in sich, in der es aufhörte zu fließen.
Fünf Objekte, geblasen in einer einzigen Nachtschicht. Keine Wiederholungen, keine Formen — nur Atem, Hitze und Schwerkraft.
Prozess — vom Ofen zur Vitrine
Quarzsand, Pottasche und Zeit. Über Nacht wird die Mischung im Hafenofen zu einer zähen, honigklaren Masse — der Anfang jeder Form.
Die Pfeife taucht in die Schmelze. Der erste Posten Glas entscheidet über Wandstärke, Balance und Charakter des fertigen Objekts.
Atem gegen Schwerkraft. Mit Holz, Zeitungspapier und nassen Händen wird die Blase gedreht, gestreckt und beruhigt — frei, ohne Form.
Im Kühlofen verliert das Glas seine innere Spannung — zwölf Stunden lang, Grad für Grad. Geduld ist hier kein Stilmittel, sondern Physik.
Schleifen, polieren, signieren. Erst bei Raumtemperatur zeigt sich, was die Hitze versprochen hat.
Studio
Hütte Neun arbeitet in einer ehemaligen Glasbläserei am Rand des Thüringer Waldes. Wir fertigen kleine Serien für Galerien, Architekturprojekte und Menschen, die Objekte lieber lange behalten als oft ersetzen.
Besuche nach Vereinbarung — der Ofen läuft Dienstag bis Samstag.