Studio für zeitgenössisches Glas — Lauscha, Thüringen

Form entsteht im Feuer.

Est. 2019 — Manufaktur & Galerie Scrollen, um abzukühlen 50.4761° N, 11.1633° O

Manifest

Wir arbeiten mit einem Material, das nur in Bewegung existiert. Glas ist weder fest noch flüssig — es ist eingefrorene Zeit. Jedes Objekt aus unserer Hütte trägt die Sekunde in sich, in der es aufhörte zu fließen.

Prozess — vom Ofen zur Vitrine

1240 °C

Schmelze

Quarzsand, Pottasche und Zeit. Über Nacht wird die Mischung im Hafenofen zu einer zähen, honigklaren Masse — der Anfang jeder Form.

980 °C

Anfangen

Die Pfeife taucht in die Schmelze. Der erste Posten Glas entscheidet über Wandstärke, Balance und Charakter des fertigen Objekts.

720 °C

Blasen & Formen

Atem gegen Schwerkraft. Mit Holz, Zeitungspapier und nassen Händen wird die Blase gedreht, gestreckt und beruhigt — frei, ohne Form.

480 °C

Entspannen

Im Kühlofen verliert das Glas seine innere Spannung — zwölf Stunden lang, Grad für Grad. Geduld ist hier kein Stilmittel, sondern Physik.

20 °C

Kaltarbeit

Schleifen, polieren, signieren. Erst bei Raumtemperatur zeigt sich, was die Hitze versprochen hat.

Studio

Eine Hütte, zwei Hände, ein Ofen

Hütte Neun arbeitet in einer ehemaligen Glasbläserei am Rand des Thüringer Waldes. Wir fertigen kleine Serien für Galerien, Architekturprojekte und Menschen, die Objekte lieber lange behalten als oft ersetzen.

Besuche nach Vereinbarung — der Ofen läuft Dienstag bis Samstag.

Ofenraum — 04:30 Uhr
Kühlstrecke — Detail